Ulrich Tilgner über Ölpreise und Haushaltseinkommen

Ulrich Tilgner über Ölpreise und Haushaltseinkommen

Medienmitteilung Ulrich Tilgner

"Aus dem arabischen Frühling wurde ein arabischer Herbst", sagte Ulrich Tilgner am Finanzapéro der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB). Der Auslandkorrespondent des Schweizer Fernsehens überzeugte als Gastreferent mit seinen Analysen und Berichten.

Gestern Donnerstag, 29. August 2013, hörten knapp tausend Interessierte aus der Region Nordwestschweiz Ulrich Tilgners Einschätzungen zu den aktuellen Geschehnissen in Syrien, den Erfahrungen aus dem Irakkrieg und dem Alltag im Iran. Für den Orient-Experten des Schweizer Fernsehens sind die einzelnen Kriege, Aufstände und Krisen eine logische Entwicklung und seit den 80er-Jahren sein beruflicher Alltag. Das Referat hatte es in sich:
Von einfachen Afghanen, die für den Strassenbau gedachtes Dynamit an die Taliban weiterverkaufen über den Drohnenkrieg der Amerikaner bis hin zu Diktatoren wie Assad oder Gaddafi - der Vortrag zeigte die ganze Breite der Probleme im Orient.

Ulrich Tilgner brachte am Finanzapéro der BLKB ein Stück harte Realität in den grossen Saal des Congress Center Basel. "Die Schweiz ist beinahe eine Insel der Glückseligkeit", sagte BLKB-CEO Dr. Beat Oberlin zu Beginn des Anlasses. Dennoch hätten internationale Krisen auch Auswirkungen auf die Schweiz und ihre Wirtschaft.

Jean-Daniel Neuenschwander, Mitglied der Geschäftsleitung der BLKB und Chief Investment Officer, beleuchtete in seinem Referat die wichtigsten Ereignisse der Wirtschaftskrise und zeigte auf, wie die US-Amerikanische Notenbank die Konjunktur mit immensen Rückkaufprogrammen der eigenen Staatsanleihen künstlich am Laufen hält.

Ulrich Tilgner demonstrierte anhand einer Statistik mit den prozentualen Anteilen der Nahrungsmittelausgaben am Haushaltseinkommen, in welchen Ländern er als nächstes eine Krise erwartet. "Aus dem arabischen Frühling wurde ein arabischer Herbst", so Tilgner.

Mit weiteren, teilweise noch nicht veröffentlichten Statistiken zeigte der Journalist auf, dass  der Mittlere Osten beim Erdöl inzwischen seine Spitzenposition auf der Rangliste der weltweiten Vorkommen an Venezuela abgegeben hat. Mit weitreichenden Konsequenzen für die Politik: "Die Amerikaner sind nicht mehr darauf angewiesen." Auch auf der Abnehmerseite sei ein Wandel im Gange, sagte Tilgner. In sechs Wochen werde China erstmals mehr Erdöl importieren als die USA.

 

Ulrich Tilgner
Ulrich Tilgner (65) ist Auslandkorrespondent des Schweizer Fernsehens. Er studierte in Freiburg und Tübingen Kulturwissenschaften, Politik und Wirtschaftsgeschichte. Seit 1980 berichtet er als Korrespondent aus dem Nahen und Mittleren Osten, seit April 2008 für das Schweizer Fernsehen. Sein Berichtsgebiet umfasst hauptsächlich Irak, Iran und Afghanistan. Neben aktuellen Beiträgen aus den Kriegs- und Krisengebieten fertigt Tilgner Dokumentationen über die Regionen. Dabei beschäftigt er sich vor allem mit den politischen Konflikten und den wirtschaftlichen und kulturellen Hintergründen. Für seine Berichterstattung über den Irakkrieg erhielt er 2003 den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis.