BLKB lanciert eine Erdbebenversicherung

BLKB lanciert eine Erdbebenversicherung

BLKB lanciert als erste Bank eine Erdbebenversicherung für alle Hypotheken

Ab 1. Oktober 2014 erhalten alle Kundinnen und Kunden der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) zu ihrer Hypothek automatisch eine Erdbebenversicherung. Versichert sind alle Gebäude und Stockwerkeigentumsanteile bis zu einem Gebäudeversicherungswert von CHF 5 Mio. Das neue Produkt entstand in Zusammenarbeit mit Basler Versicherungen, Helvetia Versicherungen, HIS Solutions und Swiss Re.

Die BLKB-Hypothek mit Erdbebenversicherung ist eine Schweizer Produktepremière, die das Risiko der BLKB-Kundinnen und Kunden und der Bank selbst signifikant reduziert. Alle laufenden Hypotheken und neuen Hypotheken und Baukredite der Basellandschaftlichen Kantonalbank beinhalten ab dem 1. Oktober 2014 ohne Aufpreis die Erdbebenversicherung. Die Versicherungssumme deckt den Gebäudewert und die Aufräumungskosten und reicht auch für ein schweres Erdbeben analog dem Basler Beben von 1356 aus. Die Kunden tragen einen Selbstbehalt von 7,5 % des Gebäudewerts, mindestens aber 25‘000 Franken pro Ereignis. Mit diesen Leistungen gehört die BLKB-Erdbebenversicherung zu den besten Angeboten in der Schweiz. Ausserdem können BLKB-Kundinnen und -Kunden im Rahmen der Partnerschaft zwischen der BLKB und den Versicherern für das Erdbebenrisiko zusätzliche Versicherungen - wie zum Beispiel Hausrat abschliessen.

Dr. Beat Oberlin, Präsident der BLKB-Geschäftsleitung, betonte an einer Medienkonferenz: "Die mit der Hypothek verbundene Erdbebenversicherung ist kein Marketing-Gag, sondern eine Massnahme, welche eines der grössten Risiken unserer Kundinnen und Kunden und auch ein Klumpenrisiko unserer Bank entscheidend reduziert." Aktuell finanziert die BLKB Gebäude in einem Gesamtwert von über 20 Milliarden Franken.

Von einem Erdbeben betroffen sind in erster Linie die Besitzerinnen und Besitzer von Häusern, Wohnungen oder Geschäftsliegenschaften. Ihre Liegenschaft wird beschädigt oder gar zerstört. Da es in der Nordwestschweiz keine obligatorische Erdbebendeckung gibt und nur wenige Liegenschaftsbesitzer eine private Erdbebenversicherungen abgeschlossen haben, wäre der Grossteil von ihnen nicht in der Lage, die nötigen Reparaturen oder einen Wiederaufbau zu finanzieren.

Aber auch für die BLKB selbst ist das Erdbebenrisiko erheblich. Das Hypothekargeschäft ist eines ihrer Kerngeschäfte. Wenn die Hypothekarschuldner ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen können und das Pfand - die Liegenschaft - massiv an Wert verliert oder sogar zerstört ist, ist die Existenz der Bank trotz sehr hoher Kapitalisierung bedroht.

Beat Oberlin hielt fest, dass Nachhaltigkeit ein Kernwert der BLKB ist. Das Leitbild der Bank postuliere, dass die Bank zusammen mit ihren Kunden die Zukunft erfolgreich gestalten wolle. Oberlin weiter: "Die umfassende Absicherung des wohl grössten Risikos aus einem Ereignis passt deshalb ausgezeichnet zu unserer Bank. So können wir selbst bei einem Extremereignis wie ein Grosserdbeben mit den Dimensionen von 1356 unsere Finanzkraft, und damit die gute Reputation bewahren und unseren Kunden gleichzeitig helfen, den finanziellen Schaden in tragbaren Grenzen zu halten."

Bei einem Erdbeben mit der Stärke von 1356 wäre auch der Kanton Basel-Landschaft, der Eigentümer der BLKB, sehr stark betroffen. Zusätzlich zum Schaden, der ihm und der Baselbieter Wirtschaft direkt aus einem Erdbeben erwachsen würde, käme möglicherweise die Inanspruchnahme der Staatsgarantie. Und schliesslich müssten auch die Inhaberinnen und Inhaber von Kantonalbankzertifikaten massive Verluste hinnehmen.

Professor Dr. Stefan Wiemer, Direktor des Schweizerischen Erdbebendiensts, legte dar, dass das Erdbebenrisiko gerade in der Region Nordwestschweiz sehr real ist: "Ein Erdbeben der Stärke 6.5 oder grösser und damit vergleichbar mit dem 1356er Beben ist in Basel ungefähr alle 2‘000 bis 2‘500 Jahre zu erwarten. Deutlich häufiger, etwa alle 100 bis 200 Jahre (bzw. mit einer jährlichen Wahrscheinlichkeit von 0.5 bis 1 Prozent) ist mit einem Erdbeben der Magnitude 5.0 bis 5.5 bei Basel zu rechnen. Ein solches Beben würde bereits beträchtliche Schäden verursachen." Und er wies darauf hin, dass heute die Mehrzahl der bestehenden Bauten und Anlagen in der Schweiz eine unbekannte und zum Teil ungenügende Erdbebensicherheit aufweist.

Die Versicherungspartner der BLKB sind als Erstversicherer die Basler Versicherungen und Helvetia Versicherungen. Die Swiss Re übernimmt ihre Funktion als Rückversicherer.

Hermann Sutter, Geschäftsleitungsmitglied der Helvetia Versicherungen, hielt fest: "Nachdem eine landesweite Versicherungslösung für Erdbebenrisiken auf dem politischen Parkett nun schon seit Jahren diskutiert wird und einmal mehr kurz vor dem Scheitern steht, kommt dieser innovativen Lösung auf privatwirtschaftlicher Basis eine grosse Bedeutung zu. Über die BLKB-Grundversicherung werden rund 30'000 Gebäude und Stockwerkeigentumsanteile gegen Erdbeben versichert."

Für die Basler Versicherungen stehen bei einem Erdbeben die Menschen im Zentrum. Mathias Zingg, Geschäftsleitungsmitglied der Basler Versicherungen, hebt hervor, dass sich die Unterstützung nach einem Erdbeben nicht an der beschädigten Infrastruktur, sondern an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiere. Gefragt sei in diesem Moment "rasche, unbürokratische finanzielle Unterstützung kombiniert mit fachkundiger Analyse durch erfahrene Ingenieure und Schadeninspektoren vor Ort."

Andreas Schraft, Leiter des Naturkatastrophen-Teams bei Swiss Re, betonte, dass der Schweizer Rückversicherer globale Erfahrung in der Einschätzung von Erdbebengefahren und den möglichen finanziellen Folgen habe. Die Rolle von Swiss Re bei der Erdbebenversicherung der BLKB-Hypotheken bestehe einerseits in der Abschätzung möglicher Folgen eines Ereignisses mittels Modellierung der Schadenerwartung. Andererseits sei die Rückversicherungskapazität der Swiss Re genügend gross: "Mit unserem Eigenkapital von USD 33 Milliarden können wir die Erdbebenrisiken der Basellandschaftlichen Kantonalbank gut tragen."