Kantonalbankpreise 2015 verliehen

Kantonalbankpreise 2015 verliehen

Die BLKB - Medienmiteilungen - 2015 - Kantonalbankpreise 2015 verliehen

Zwei junge Baselbieterinnen und ein junger Baselbieter erhalten dieses Jahr die Preise der Jubiläumsstiftung der Basellandschaftlichen Kantonalbank: Soulsängerin Ira May, Schauspieler Sven Schelker und Eishockey-Spielerin Sandra Thalmann. Die Stiftung zeichnet zum 25. Mal Persönlichkeiten aus, die sich um den Kanton Basel-Landschaft in besonderem Mass verdient gemacht haben.

Am 22. Oktober 2015 wurden im Schloss Ebenrain in Sissach zum 25. Mal die Preise der Jubiläumsstiftung der Basellandschaftlichen Kantonalbank vergeben. In diesem Jahr wurden drei Preisträger mit je 15'000 Franken ausgezeichnet.

v.l.: Herbert Kumbartzki, Mitglied der Geschäftsleitung der BLKB; Ira May; Sven Schelker; Sandra Thalmann; Dr. Erich Maeder, Präsident des Stiftungsrats der BLKB-Jubiläumsstiftung

Ira May begeistert mit rauer Soulstimme

Ira May wuchs in Gelterkinden auf und sammelte dort erste musikalische Erfahrungen im Jugendchor. Im vollbesetzten Marabu hatte Iris Bösiger – so ihr bürgerlicher Name – im Alter von 13 Jahren den ersten Soloauftritt. Neben dem Chorgesang nahm die Musikerin auch Klavierstunden und absolvierte nach der Sekundarschule den zweijährigen Vorkurs der Musik-Akademie Basel. Danach folgte der Wechsel an die Jazzschule. Doch auch der Jazz sollte nicht die musikalische Heimat der heute 28-Jährigen werden. Schliesslich beschloss Ira May, eine Berufslehre zu machen und absolvierte diese als Verkäuferin bei Musik Hug. Sie machte weiter Musik, schrieb eigene Songs.
Dann ging alles ganz schnell: Durch einem kurzen Auftritt in «1 City, 1 Song»,  einem Projekt des Basler Rappers Black Tiger, entdeckte Radio SRF3 die Soulsängerin und Ira May erreichte nationale Bekanntheit. Ihr erstes Album «The Spell»  schaffte es 2014 auf den ersten Platz der Schweizer Hitparade. Diesen Sommer erhielt Ira May den Prix Walo in der Kategorie Newcomer.

„Ira May erhält den Kantonalbankpreis 2015 als Anerkennung für ihr herausragendes kompositorisches und gesangliches Talent, für ihren grossen Erfolg in der Schweiz und zur Förderung ihrer künstlerischen Weiterentwicklung“, sagte Laudatorin und Stiftungsrätin Dr. Beatrice Kunovits bei der Preisverleihung.

Sven Schelker berührt auf Bühne und Leinwand

Den in Reinach aufgewachsenen Sven Schelker zog es direkt nach der Matura am Gymnasium Münchenstein ins Ausland: Er schaffte es als einer von 20 aus 1000 Bewerbern, an der Otto-Falckenberg-Schule für Schauspiel aufgenommen zu werden. Im zweiten Ausbildungsjahr erhielt der heute 26-Jährige ein Stipendium der Stiftung Migros Kulturprozent. Ein Jurymitglied öffnete Sven Schelker die Türe zu einem Engagement im Thalia-Theater in Hamburg. Seit 2012 ist der Jungschauspieler festes Mitglied des Ensembles. 2013 schloss er die Ausbildung ab, 2014 wurde er mit seiner ersten grossen Filmrolle als Travestiekünstler Röbi Rapp im Film «Der Kreis» einem breiteren Publikum bekannt. An der Berlinale 2015 wurde Sven Schelker mit dem «Shooting Star Award» ausgezeichnet und erhielt ebenfalls dieses Jahr den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller. Und er wurde für die US-Serie «Homeland» für eine Rolle über mehrere Folgen engagiert.

„Sven Schelker erhält den Kantonalbankpreis 2015 in Anerkennung der konsequenten Verfolgung seines Lebensziels, Menschen als Bühnen- und Filmschauspieler zu berühren und deren unmittelbare Reaktionen zu spüren“, sagte Laudator und Stiftungsratspräsident Dr. Erich Maeder anlässlich der Preisübergabe. „Seine Begeisterung, unterschiedlichste Menschen spielen zu dürfen, wird auf seinem beruflichen Weg auch künftig Antrieb und Motivation für aussergewöhnliche Leistungen sein.“

Sandra Thalmann überzeugt auf dem Eis

Schon die beiden Brüder von Sandra Thalmann spielten Eishockey. Für die damals 4-Jährige war es daher naheliegend, dass auch sie ihr sportliches Glück auf dem Eis versuchen würde. Sie startete ihre Karriere in Rheinfelden, wechselte später zu Zunzgen-Sissach und spielt heute beim SC Reinach (AG). Da es keine Mädchenmannschaften gab, trainierte  Sandra Thalmann ausschliesslich mit Jungs. Während es in der Schweiz über 20 000 lizenzierte Eishockeyspieler gibt, sind es nur gerade 1100 lizenzierte Spielerinnen. Mit ein paar von ihnen schaffte Sandra Thalmann am 20. Februar 2014 das Unfassbare: Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft besiegte in Sotschi die Schwedinnen und holte dadurch die Bronzemedaille an den Olympischen Winterspielen.

Die heute 23-jährige Baselbieterin war schon bei anderen Erfolgen der Schweizer Frauen beteiligt: 2010 der 5. Platz an den Olympischen Spielen in Vancouver, an der Weltmeisterschaft 2011 der 6. Rang, 2012 der 3. Rang und 2013 der 5. Rang.
Beruflich bewegt sich Sandra Thalmann ebenfalls in einer Männerwelt. Nach der Sportklasse in Pratteln (Sek I) machte sie eine Ausbildung zur Polymechanikerin und absolviert derzeit eine Zweitausbildung als Konstrukteurin bei KWC Armaturen in Unterkulm. Als Sportlerin sei es sehr schwierig eine Ausbildungsstelle zu finden. Ihr Arbeitgeber stelle ihr aber vier Stunden pro Woche fürs Training zur Verfügung.

„Sandra Thalmann erhält den Kantonalbankpreis 2015 für ihre sportlichen Leistungen“, sagte Laudatorin und Stiftungsrätin Esther Freivogel im Rahmen der Preisverleihung. „Sie hat den beschwerlichen Weg auf sich genommen, um als Eisgenossin zu reüssieren.“

Jubiläumsstiftung der Basellandschaftlichen Kantonalbank

Die Jubiläumsstiftung der Basellandschaftlichen Kantonalbank wurde 1964 aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Bank gegründet. Zum 125-Jahr-Jubiläum 1989 wurde der Stiftungszweck erweitert; er umfasst seither die Förderung kultureller Aktivitäten im Kanton und die Vergabe des Kantonalbankpreises. Mit dem Preis werden jährlich Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in kultureller, wissenschaftlicher oder sportlicher Hinsicht um den Kanton Basel-Landschaft verdient gemacht haben.