Was bedeutet die Pensionierung für die Hypothek?
Mit dem Ende des Erwerbslebens sinkt bei vielen Menschen das regelmässige Einkommen. Die Kosten für das Eigenheim bleiben jedoch bestehen: Hypothekarzinsen sowie Unterhalts- und Nebenkosten müssen weiterhin getragen werden.
Deshalb ist es ratsam, bereits einige Jahre vor der Pensionierung zu prüfen, ob die Finanzierung auch danach langfristig tragbar ist.
Es geht dabei nicht zwingend darum, die Hypothek möglichst stark zu reduzieren. Eine Teilamortisation kann beispielsweise die laufende Zinsbelastung senken. Gleichzeitig sollte genügend frei verfügbares Vermögen für unerwartete Ausgaben, geplante Renovationen oder persönliche Wünsche erhalten bleiben.
Auch eine Erhöhung der Hypothek kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein – etwa wenn grössere Investitionen in die Liegenschaft geplant sind. Entscheidend ist die Gesamtsituation: Welche Wohnpläne bestehen? Wie entwickelt sich das Einkommen nach der Pensionierung? Welche Investitionen sind vorgesehen? Und wie viel finanzieller Spielraum soll erhalten bleiben?
Passt das Zuhause auch zu den Bedürfnissen von morgen?
Neben der Finanzierung lohnt sich ein Blick auf die Liegenschaft selbst. Was heute selbstverständlich ist, kann später zur Herausforderung werden: Treppen, Schwellen, eine hohe Badewanne oder schwer zugängliche Räume können die selbstständige Nutzung erschweren.
Oft sind keine umfassenden Umbauten notwendig. Bereits einzelne Anpassungen können den Komfort und die Sicherheit langfristig erhöhen – beispielsweise eine bodenebene Dusche, angepasste Türen oder eine bessere Erschliessung der Wohnräume.
Gerade ohnehin geplante Renovationen bieten eine gute Gelegenheit, die zukünftigen Bedürfnisse mitzudenken. Wer beispielsweise das Badezimmer erneuern möchte, kann gleichzeitig prüfen, welche Anpassungen das Wohnen langfristig erleichtern und wie sich diese Investitionen finanzieren lassen. So können heutige Renovationsentscheide dazu beitragen, dass das Zuhause auch in Zukunft zu den persönlichen Bedürfnissen passt.
Finanzierung und Renovation gemeinsam betrachten
Eine Renovation ist nicht nur eine bauliche, sondern auch eine finanzielle Entscheidung. Deshalb ist es sinnvoll, beide Aspekte gemeinsam zu planen.
Wie wirkt sich eine Investition auf die bestehende Hypothek aus? Wie viel Liquidität soll weiterhin zur Verfügung stehen? Welche Renovationen könnten in den nächsten Jahren zusätzlich notwendig werden? Und gibt es Fördermöglichkeiten, die genutzt werden können?
Bei diesen Fragen kann eine umfassende Betrachtung der Immobilie hilfreich sein. Die BLKB bietet für Einfamilien- und Ferienhäuser eine Nachhaltigkeits- und Renovationsberatung an. Dabei werden unter anderem der Renovationsbedarf, die Energieeffizienz sowie mögliche Massnahmen und Fördergelder betrachtet.
Gerade wenn grössere Arbeiten an einer Liegenschaft anstehen, lassen sich so Renovationsbedarf, langfristiger Werterhalt und die finanziellen Rahmenbedingungen besser aufeinander abstimmen.
Unterstützung für altersgerechte Wohnumbauten
Im Kanton Basel-Landschaft können altersgerechte Umbauten von bestehendem Wohnraum unter bestimmten Voraussetzungen finanziell unterstützt werden. Grundlage dafür ist das seit dem 1. Januar 2024 geltende Wohnbauförderungsgesetz.
Gefördert werden definierte bauliche Massnahmen, die das Wohnen im Alter erleichtern. Dazu zählen beispielsweise Anpassungen bei der Gebäudeerschliessung, der vertikalen Erschliessung des Wohnraums sowie bei Türen, Toiletten, Badewannen und Duschen. Ob eine konkrete Massnahme unterstützt wird, hängt von den gesetzlichen Voraussetzungen ab.
Ein wichtiger Bestandteil des Programms ist die Beratung. Vor einem Fördergesuch findet ein Beratungstermin mit Procap, der Fachstelle für altersgerechte Wohnumbauten, statt. Gemeinsam mit Fachpersonen wird die Wohnsituation beurteilt und geprüft, welche Anpassungen sinnvoll sind und für welche Massnahmen eine Förderung beantragt werden kann.
Je nach baulicher Massnahme ist ein entsprechender Bedarf durch eine medizinische oder pflegerische Fachperson nachzuweisen.
Wichtig ist auch die Reihenfolge: Erst nach Prüfung des Gesuchs und der Zusicherung der Prämie kann mit dem Umbau begonnen werden.
Vier Fragen für die persönliche PlanungWer sich mit dem Wohnen im Alter beschäftigt, kann mit vier zentralen Fragen beginnen:
Nicht alle Antworten müssen bereits heute feststehen. Wer sich jedoch rechtzeitig mit diesen Fragen beschäftigt, schafft Klarheit und erhält mehr Möglichkeiten für spätere Entscheidungen. |
Heute planen und Handlungsspielraum erhalten
Die Vorstellungen darüber, wie das Wohnen im Alter aussehen soll, können sich im Laufe der Zeit verändern. Eine frühzeitige Planung bedeutet deshalb nicht, bereits heute sämtliche Entscheidungen für die Zukunft treffen zu müssen.
Vielmehr geht es darum, die eigene Situation zu kennen und verschiedene Möglichkeiten rechtzeitig zu prüfen. Die BLKB unterstützt Sie dabei, Finanzierung, Vermögen und geplante Investitionen im Zusammenhang zu betrachten. Bei Fragen rund um Renovationsbedarf, Energieeffizienz und die langfristige Entwicklung einer Liegenschaft kann die Nachhaltigkeits- und Renovationsberatung zusätzliche Orientierung bieten.
Dabei kann auch sichtbar werden, wenn eine Liegenschaft langfristig nicht mehr optimal zu den persönlichen, baulichen oder finanziellen Bedürfnissen passt. Falls ein Verbleib im eigenen Zuhause nicht mehr die passende Lösung darstellt, kann die BLKB mit ihrem Immo-Service auf Wunsch auch bei einem Verkauf des selbst bewohnten Objekts begleiten.
So lassen sich unterschiedliche Optionen frühzeitig prüfen und finanzielle wie bauliche Entscheidungen aufeinander abstimmen – mit dem Ziel, den persönlichen Handlungsspielraum auch im Alter möglichst lange zu erhalten.