Eine durchdachte Pensionierungsplanung ist nicht nur sinnvoll, sie ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wir liefern Ihnen einen fundierten Überblick, worauf es ankommt, welche Strategien sich bewährt haben und welche Optionen Ihnen zur Verfügung stehen.
Der richtige Zeitpunkt – mehr als nur eine Zahl
Die Entscheidung über den Zeitpunkt des Rückzugs hat weitreichende Folgen. Während die AHV das ordentliche Referenzalter auf 65 Jahre festlegt (mit Übergangsregelungen für Frauen), steht es Ihnen offen, eine Frühpensionierung zu prüfen oder länger berufstätig zu bleiben. Doch: Jede Variante birgt Chancen und finanzielle Herausforderungen.
Frühpensionierung
- Kürzungen bei der AHV und Pensionskasse
- Höherer Kapitalbedarf zur Deckung der Vorsorgelücke
- Steuerlich attraktiv bei geplantem Kapitalbezug
Spätpensionierung
- Höhere Rentenansprüche
- Verlängerung des steuerlich relevanten Erwerbseinkommens
- Günstiger Zeitpunkt für Unternehmensverkäufe oder Nachfolgeprozesse
Unser Tipp
Beginnen Sie mindestens 8 bis 10 Jahre vor Ihrem geplanten Rückzug mit der Planung – um flexibel und steuerlich optimiert agieren zu können.
Rente oder Kapital – oder beides?
In der zweiten Säule (Pensionskasse) stehen Ihnen in der Regel zwei Optionen offen:
- Monatliche Rente: lebenslange Zahlung, planbar, aber weniger flexibel
- Kapitalbezug: einmalige Auszahlung, volle Kontrolle, aber Eigenverantwortung
Für vermögende Kundinnen und Kunden ergibt sich oft die Frage: Wie kann ich beides optimal kombinieren?
Rente eignet sich, wenn
- eine stabile, lebenslange Einkommenssicherung im Vordergrund steht
- kein Interesse an Vermögensverwaltung besteht
- keine grossen Schwankungen im Lebensstandard gewünscht werden
Kapitalbezug passt, wenn
- genügend andere Einkommensquellen bestehen (z. B. Immobilien, Beteiligungen)
- Sie eine flexible Vermögensverwaltung schätzen
- steuerliche Optimierungsmöglichkeiten genutzt werden sollen
- Kapital aus der Pensionskasse gezielt vererben möchten
Mischformen sind besonders attraktiv: Teilkapitalbezug plus Teilrente bieten Flexibilität und Sicherheit zugleich.
Die steuerliche Brille – Planung zahlt sich aus
Steuern sind einer der wichtigsten Hebel in der Pensionierungsplanung. Ein unvorbereiteter Kapitalbezug kann zu unerwartet hohen Steuerzahlungen führen.
Steuerliche Hebel
- Kapitalbezüge staffeln (z. B. durch gestaffelte Pensionskassenlösungen oder gestaffelten Bezug über Ehepartner)
- Optimale Wohnsitzwahl bei Pensionierung prüfen (z. B. Kantonswechsel)
- Vermögensumschichtungen rechtzeitig angehen (z. B. illiquide Vermögenswerte wie Immobilien)
- Private Vorsorge (Säule 3a) bis zum letzten möglichen Zeitpunkt optimieren
Ein sorgfältig abgestimmtes Steuermodell kann bei grösseren Pensionskassenvermögen rasch hohe Summen an Steuern einsparen.
Unternehmertum die doppelte Herausforderung
Unternehmerinnen und Unternehmer stehen bei der Pensionierung gleich vor zwei zentralen Themen:
- Die eigene Altersvorsorge
- Die Unternehmensnachfolge
Altersvorsorge bei Selbstständigen
- Oft keine klassische zweite Säule
- Höhere Relevanz der Säule 3a und privater Sparlösungen
- Möglichkeit, über Rückstellungen, Immobilien oder Beteiligungen vorzusorgen
Nachfolgeplanung
Wie übergebe ich mein Unternehmen steuerlich und strukturell effizient?
Wer ist geeigneter Nachfolger – Familie, Mitarbeitende oder Dritte?
Wie sichere ich mich finanziell ab nach dem Exit?
Wichtig ist hier die enge Abstimmung zwischen Nachfolgeexperten, Steuerberatung und Finanzplanung.
Liquiditätsplanung und Anlageausrichtung
Mit der Pensionierung ändert sich das Ziel Ihrer Vermögensstrategie: Vom Vermögensaufbau zum Vermögenserhalt.
Wichtige Fragen
- Reicht meine Liquidität, um 30 Jahre Ruhestand zu finanzieren?
- Wie decke ich grosse Ausgaben (z. B. Umbau, Reisen, Unterstützung von Kindern)
- Welche Anlagen passen zu meinem neuen Risikoprofil?
Eine saubere Liquiditätsplanung unterteilt Ihr Vermögen in verschiedene «Töpfe»
- Sofortbedarf (0–7 Jahre): Bankkonto, kurzfristige Anlagen
- Mittelfristig (7–10 Jahre): Anleihen, gemischte Portfolios
- Langfristig (>10 Jahre): Aktien, Beteiligungen, Immobilien
So stellen Sie sicher, dass Ihr Lebensstil gesichert ist – und Ihr Kapital weiterhin für Sie arbeitet.
Nachlass, Schenkung und Generationenplanung
Mit dem Ruhestand beginnt für viele auch die aktive Auseinandersetzung mit der Frage: Was hinterlasse ich? Und wem? Gerade bei höheren Vermögen empfiehlt sich eine strukturierte Nachlassplanung:
- Willensvollstreckung und klare Testamentsregelung
- Schenkungen zu Lebzeiten (z. B. Immobilienübertragung, Beteiligungen)
- Nutzung von Stiftungen
- Minimierung von Erbschaftssteuern (kantonal sehr unterschiedlich)
Ein Familiengespräch unter Einbezug eines neutralen Finanzplaners oder Nachlassplaners kann viel Konfliktpotenzial entschärfen.
Frühzeitig planen – strategisch profitieren
Die Pensionierung bietet viel Gestaltungsspielraum – aber nur, wenn sie rechtzeitig, ganzheitlich und individuell geplant wird. Vermögende Kundinnen und Kunden im Wealth Management profitieren dabei besonders von:
- massgeschneiderten Kombinationen aus Rente und Kapital
- gezielter Steueroptimierung
- integrierter Nachfolge- und Nachlassberatung
- klarer Liquiditäts- und Anlageplanung
- einer persönlichen Ansprechperson mit Überblick
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