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BLKB Investment Navigator Anlagepolitik – Februar 2026

Anlagepolitik im Februar 2026

Tempo rausnehmen

Hastig startete das Anlagejahr 2026. Der Kater der Silvesternacht war noch nicht auskuriert, da wurde der Ton für Januar bereits gesetzt. Die USA holten in einer Spezialoperation den venezolanischen Präsidenten Maduro aus dem Land und stellten ihn in New York vor Gericht. Parallel dazu sprach der US-Präsident Drohungen in Richtung Iran aus, sich auch militärisch mit den Protesten gegen das Mullah-Regime zu solidarisieren. Dabei muss er selbst schauen, dass er in seinem eigenen Land den Frieden bewahren kann, denn das unverhältnismässig harte Vorgehen im Rahmen seiner Abschiebepolitik treibt die Menschen auf die Strasse.

 

All das konnte die Finanzmärkte nicht beeindrucken. Doch in Woche drei des neuen Jahres wackelten die Kurse, nachdem dem Anspruch der USA auf Grönland mit konkreten Massnahmen Nachdruck verliehen wurde. Strafzölle kamen abermals als universal einsetzbares Druckmittel aufs Tapet. Doch ohne Rückhalt im eigenen Land und durch die Geschlossenheit der europäischen Länder liess Trump in dem von ihm gekaperten Weltwirtschaftsforum in Davos von seinen Plänen ab.

Diese Nachrichten reichen normalerweise aus, ein ganzes Jahr zu füllen, doch waren bis dahin erst drei Wochen vergangen. Wir leben in einer Zeit, in der eine Schlagzeile direkt von der nächsten abgelöst wird, ohne dass eine Aufarbeitung der Inhalte möglich ist. Was passiert denn nun mit Venezuela? Der Fokus der Aufmerksamkeit war bereits wenige Tage nach der Operation beim übernächsten geopolitischen Reibungspunkt angelangt.Eine solche Informationsflut ist kein Zufall, sondern politisches Interesse. «Flood the zone», also die Medien mit Informationen – egal von welcher Qualität – zu überfluten, geht auf den ehemaligen Trump-Berater Steve Bannon zurück, der diese Aussage bereits 2018 traf. Das Ziel dahinter: ablenken und überfordern. Dazu passt, dass Donald Trump z.B. an einem einzigen Tag (Heiligabend 2025) mehr als 140 Beiträge über seinen persönlichen Truth-Social-Kanal abgesetzt hat.

Der Umgang damit ist kein einfacher. Wir versuchen, Tempo herauszunehmen, die wichtigen von den unwichtigen Informationen zu differenzieren und uns auf fundamentale Fakten wie zum Beispiel das Wirtschaftswachstum, die Inflationsraten und die Notenbankenpolitik zu konzentrieren. Wer sich jetzt schon durch das hohe Tempo verausgabt, hat später weniger Durchhaltevermögen bei noch anstehenden Entscheidungen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • 2026 startete hektisch, für Investorinnen und Investoren jedoch mehrheitlich positiv
  • Die Schwankungen der Anlagemärkte bleiben hoch
  • Das wirtschaftliche Umfeld ist stabil
  • Geopolitische Risiken begleiten uns weiterhin
  • Auch in 2026 sollten positive Anlageergebnisse erreicht werden können
  • Der Fokus aufs Wesentliche spielt eine entscheidende Rolle

Unsere Einschätzungen im Überblick

Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigen ein deutlich konstruktiveres Bild, als es die geopolitischen Wirren erahnen lassen. Die Wachstumszahlen in den einzelnen Regionen sind solide, die Weltwirtschaft wird 2026 um etwa 3 % zulegen können.

Dies gelingt, da sich die Unternehmen deutlich resilienter zeigen als angenommen. Aus der Covid-Zeit sind sie es gewohnt, ihre Produktpaletten, die Lieferketten und die Lagerhaltung kritisch zu hinterfragen und anzupassen. Mit dieser Anpassungsfähigkeit konnten sie mit Augenmass durch die Zollverhandlungen navigieren und sich immer wieder auf aktuelle Gegebenheiten einstellen. Rückenwind erhalten die Volkswirtschaften von den jeweiligen Notenbanken. Sie haben die Zinsen deutlich gesenkt – oder sind noch dabei – und weiten teilweise ihre Bilanzen aus, um die Liquiditätsversorgung sicherzustellen. So kauft die Fed kurzfristige US-Staatsanleihen und die staatsnahen Finanzinstitute Fannie Mae und Freddie Mac entlasten die jeweiligen Hypothekenbilanzen der US-Regionalbanken, indem sie ihnen Kredite in Höhe von 200 Mrd. USD abnehmen. Zusammen mit der Gewissheit, dass die Zentralbanken die Inflationsraten im Griff haben, sind somit die wichtigsten Bedingungen für ein gutes Jahr 2026 erfüllt.

 

USA

Die Wirtschaftsdaten aus den USA beeindrucken. Nachdem die Schätzungen des Wachstums für 2025 im Verlauf des vergangenen Jahres auf 1,4 % reduziert wurden, zeigen sich die aktuellen Schätzungen mit 2,2 % sehr robust. Auch für das jetzige Kalenderjahr gehen die Marktteilnehmenden von einer deutlichen Verbesserung aus, was zu weiteren 2,4 % Wachstum für 2026 führen sollte. Der weiter stabile Konsum wird getragen von Steuererleichterungen, welche wiederum von den erhobenen Zöllen finanziert werden. Zudem deuten aktuelle Zahlen auf einen sich stabilisierenden Arbeitsmarkt hin, welcher letzten Herbst erste Abkühlungserscheinungen zeigte. Das schnelle und konsequente Handeln der Fed scheint zu wirken. Diese Situation wird eingebettet in ein Zinsumfeld, das im Verlauf des Jahres noch attraktiver werden sollte. Wir gehen davon aus, dass dieses positive Umfeld erhalten bleibt und die anvisierten Wachstumsraten realistisch sind.

 

Europa

Für Europa entwickeln sich die Aussichten auf die Wirtschaftsleistung ansehnlich, auch wenn sie vom Niveau her nicht ganz mit den USA mithalten können. Nach den Zollankündigungen im letzten Jahr ging der Markt nur noch von einem Wachstum von 0,8 % für 2025 aus. Heute wissen wir, dass die Wachstumsrate für das vergangene Jahr fast doppelt so hoch lag. Auf dieser positiven Basis startet das aktuelle Kalenderjahr und wir sind für Europa sogar noch optimistischer als die Einschätzungen des Marktes, welcher von einem Wachstum von 1,2 % ausgeht. Die zu beobachtende Geschlossenheit der europäischen Länder in zentralen Fragen wie zuletzt der geplanten Aneignung Grönlands durch die USA, aber auch die Einsicht, dass es notwendig ist, sich selbst zu organisieren und nicht mehr unter den Schutzschirm der USA schlüpfen zu können, bringt eine neue Dynamik. Diese Dynamik ist mehr als nur die Bilder von Macron mit Sonnenbrille in Davos oder Merz mit Meloni in Rom, sondern sie schafft durch gemeinsame Ziele einen stabilen Rahmen für die Wirtschaft.

 

Japan

In Japan räumt die Premierministerin Takaichi auf – oder zumindest um. Um den von ihr selbst als «proaktive» Fiskalpolitik bezeichneten Fahrplan stabiler umsetzen zu können, wird am 8. Februar neu gewählt in der Hoffnung, die Mehrheiten hinter sich zu vereinen. Es ist ein anschauliches Zusammenspiel von Wirtschaftsentscheidern und Finanzmarkt zu beobachten. Während Steuern gesenkt werden und fiskalische Impulse an die Wirtschaft geplant sind, sorgen sich die Marktteilnehmenden um die Finanzierbarkeit und reagierten mit dem Verkauf von japanischen Staatsanleihen. In der Folge stiegen die Zinsen deutlich. Die 30-jährigen Anleihen rentieren damit nur noch etwa 1 Prozentpunkt weniger als ihr Pendant in den USA. Im Umkehrschluss kann das ausländische Investorinnen und Investoren auf der Suche nach Renditepapieren auf den Plan rufen, die bislang den japanischen Währungsraum eher als Finanzierungsquelle mit tiefen Zinsen betrachteten. Die geschätzten Wachstumsraten von 0,8 % für 2026 klingen nicht berauschend, sind jedoch verglichen mit den letzten zehn Jahren eher solide. Sollten die Pläne Takaichis aufgehen, könnte diese Zahl im Verlauf des Jahres nach oben angepasst werden.

Aktien

Das Anlagejahr 2026 ist erst einen Monat alt, die enorme Ereignisdichte dürfte aber bei dem einen oder anderen Marktteilnehmenden das Gefühl wecken, dass schon deutlich mehr Zeit vergangen sein müsste. Bisher prägte vor allem die Geopolitik das Marktgeschehen und sorgte bereits wieder für teils deutliche Kursbewegungen. Nichtsdestotrotz verzeichneten Aktien einen soliden Jahresstart, getragen von einem konstruktiven Konjunkturausblick, anhaltender Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken und dem Fakt, dass die relative Attraktivität der Anlageklasse im Tiefzinsumfeld weiter zunimmt. Vor diesem Hintergrund bleiben auch wir unserer konstruktiven Sicht auf Aktien treu und starten mit einem leichten Übergewicht in den Februar.

 

Nachdem der Weltaktienmarkt ab Mitte Dezember einen Jahresendspurt hinlegte und das Jahr mit einem starken Plus von 21,6 % beschloss, verzeichneten Beteiligungspapiere auch einen soliden Start ins Anlagejahr 2026. Da wir ein sich kontinuierlich verbesserndes wirtschaftliches Umfeld beobachten, haben wir Mitte Dezember unsere Aktienposition auf ein leichtes Übergewicht ausgebaut. Im Januar legte der MSCI World rund 2,3 % zu, wobei regional klare Divergenzen auszumachen sind.

 

Schwellenländer und Japan zum Jahresstart gesucht

Einen starken Jahresstart erwischten japanische Aktien. Zwischenzeitlich verzeichnete der MSCI Japan ein Plus von knapp 8 %, zum Monatsende reduzierte sich dieses Plus jedoch auf rund 5 %, womit der Weltaktienmarkt aber klar hinter sich gelassen wurde. Berichte über eine mögliche vorgezogene Wahl sowie zusätzliche fiskalische Stimuli verliehen der Region Rückenwind. Noch stärker entwickelten sich die Indizes der Schwellenländer: Fernost ex Japan stieg im Januar um 11 %, während Lateinamerika bereits ein Plus von mehr als 15 % hingelegt hat. Hintergrund dieser Bewegungen sind ein Gemisch aus noch immer relativ günstig anmutenden Bewertungen, einem schwachen US-Dollar und einer allgemein zunehmenden Risikobereitschaft in der internationalen Anlegergemeinde. Die Industrieländer vermochten mit dieser Dynamik nicht ganz mitzuhalten. Der Schweizer Aktienmarkt (SPI) beschloss den Januar praktisch unverändert.

 

Die Gewinne dürften auch 2026 weiter wachsen

Einer der wichtigsten Treiber für Aktien, neben Bewertungsexpansion und Ausschüttungen, ist das Gewinnwachstum; steigende Gewinne stellen einen guten Nährboden für höhere Aktienkurse dar. Diesbezüglich sehen wir aktuell konstruktive Vorzeichen für das laufende Jahr, denn der aktuelle Konsens legt nahe, dass die Unternehmen des MSCI World ihre Gewinne um 15,7 % steigern können, was einer leichten Beschleunigung zum bereit starken Vorjahr entspricht, in dem das Gewinnwachstum 13,3 % betragen hat. Für 2027 rechnet der Markt aktuell mit einer Steigerung der Unternehmensgewinne um weitere 13,1 %. Dieser Ausblick deckt sich mit unserer Einschätzung des makroökonomischen Umfelds, die sich in den letzten Monaten laufend verbessert hat.

 

Gewinnwachstumserwartungen auch 2026/27 positiv

Quelle: Macrobond, Bloomberg, Stand: 02.02.2026

 

Aktien erscheinen attraktiv – weiterhin Übergewichten

Unsere positive Sicht auf Aktien stützt sich auf das solide und sich weiter aufhellende Konjunkturumfeld, das den Unternehmen zu weiter steigenden Gewinnen verhelfen sollte. Hinzu kommt, dass das Tiefzinsumfeld und potenziell weiter fallende Finanzierungssätze Realwerte zunehmend attraktiv erscheinen lassen. Derweil gehen wir davon aus, dass die Ereignisdichte hoch bleiben wird und immer wieder zu volatilen Phasen führen kann – diese eröffnen aber typischerweise Chancen für aktive Allokations- und Selektionsentscheide. Nominalwerten wie Obligationen zusätzlich attraktiv erscheinen lassen. Neue Impulse erwarten wir von der Berichtssaison zum vierten Quartal 2025 sowie den Ausblicken der Unternehmen auf das laufende Geschäftsjahr. Darüber hinaus dürfte die Ereignisdichte hoch bleiben und es ist nicht auszuschliessen, dass gerade die Geopolitik zu zwischenzeitlich höherer Volatilität führen wird.

Zinsen & Obligationen

Als Reaktion auf den bewegten Jahresstart kam es zu stärkeren Schwankungen bei den Anleiherenditen getrieben durch geopolitische Risiken und veränderte Inflationserwartungen. In solchen Gemengelagen sind Schweizer Franken Anleihen gesucht. Eine höhere Nachfrage führt zu steigenden Kursen und folglich zu sinkenden Renditen.

 

Die Anleihemärkte konnten sich den zahlreichen Schlagzeilen im Januar nicht entziehen, wobei es wiederum zu klaren regionalen Unterschieden kam. Getrieben von geopolitischen Spannungen suchten Investoren Sicherheit in Schweizer Franken-Anleihen. In der Folge sanken die CHF-Renditen zur Monatsmitte. Eine entsprechend gegenläufige Tendenz zeigten die US-Zinsmärkte, wo aufgrund des «Sell-America-Trades» und aufgrund erneuter Zolldrohungen und steigenden Inflationserwartungen die Renditen anzogen.

Obwohl die Inflationserwartungen in Europa und den USA aufgrund der jüngst angedrohten Handelszölle kurzzeitig hochliefen, zeigen sich diese mittelfristig relativ stabil. Insbesondere die Europäische Zentralbank (EZB) befindet sich mit einer Inflationserwartung innerhalb des Zielbandes in einer komfortablen Lage, sodass aktuell keine Zinsanpassungen seitens der europäischen Währungshütern zu erwarten sind. Mit mehr Spannung sind die weiteren Schritte der US-Notenbank Fed zu beobachten. Obwohl die Teuerung weiterhin über dem 2%-Ziel liegt, zeigen sich die Inflationserwartungen ebenfalls verhältnismässig stabil. Der Markt erwartet im laufenden Jahr zwei weitere Zinssenkungen in den USA, zumal ab Mai Kevin Warsh das Amt des Fed-Präsidenten übernehmen wird, welcher sich jüngst für eine lockere Geldpolitik aussprach. Hierzulande steigt mit dem zunehmend stärker werdenden Franken der Druck auf die Schweizerische Nationalbank (SNB). Durch den starken CHF werden importierte Güter günstiger, was die ohnehin bereits niedrige Inflation in den negativen Bereich drücken könnte. SNB-Präsident Martin Schlegel wies jüngst darauf hin, dass die Inflation zwischenzeitlich negativ ausfallen könne, ohne dass dies ein direktes Problem für die SNB darstellen würde, da diese ein mittelfristiges Inflationsziel anstrebt. Zusätzlich sei die SNB weiterhin bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, um den Deflationsdruck entgegenzuwirken. Wir erwarten mittelfristig keine Anpassung des SNB-Leitzinses.

 

Stabile Kreditaufschläge

Angesicht der teils turbulenten Nachrichtenlage zeigten sich die Unternehmensleihen verhältnismässig ruhig, wobei die Kreditaufschläge relativ stabil blieben. Ein Zeichen dafür, dass das Investorenvertrauen intakt bleibt. Wir halten an unserem Übergewicht in Unternehmensanleihen mit hoher Kreditqualität bei gleichzeitig reduzierter Zinssensitivität fest.

 

Inflationserwartungen stiegen jüngst an, bleiben aber mittelfristig betrachtet stabil

Quelle: Macrobond, Bloomberg, Stand: 30.01.2026

Währungen

Das Jahr 2026 startete ereignisreich. Die geopolitischen Entwicklungen verunsicherten die Währungsmärkte, wobei sich auch im neuen Jahr ein altbekanntes Muster abzeichnet: Im Umfeld anhaltender Unsicherheiten suchen Investorinnen und Investoren Schutz im Schweizer Franken, wodurch dieser sich aufwertet.

 

Bereits in der Januarausgabe des «Investment Navigator» wiesen wir darauf hin, dass die Unsicherheit zur Handels- und Geopolitik die Entwicklungen an den Währungsmärkten bestimmen wird. Zumindest in der kurzen Frist hat sich diese Prognose bewahrheitet. Erneute Spannungen auf der geopolitischen Bühne sorgten dafür, dass sich der Schweizer Franken in seiner Rolle als sicherer Hafen im Januar aufwertete. Abseits der Weltpolitik führte der Frontalangriff seitens des US-Präsidenten Trump auf den US-Fed-Chef zu einem geschwächten Vertrauen in die Unabhängigkeit der US-Notenbank.

 

EUR – Abwertung im Sog der Unsicherheit

Der Euro verlor durch die Flucht in sichere Häfen an Wert, wobei die Gemeinschaftswährung durch die Diskussionen rund um Grönland und die erneut angedrohten US-Handelszölle belastet wurde. Die aktuellen Unsicherheiten dürften den EUR im Seitwärtstrend auf tiefem Niveau halten. Mittelfristig birgt der EUR leichtes Aufwertungspotenzial aufgrund der europäischen Fiskalpakete.

 

USD – Geschwächtes Vertrauen in Fed-Unabhängigkeit

Eine Klage gegen den Fed-Chef Jerome Powell sorgte im Januar international für Aufsehen. Jerome Powell kommentierte dies in einer überraschenden Deutlichkeit als politisch motivierte Aktion. Die zunehmenden Attacken seitens der Trump-Administration lassen das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Fed sinken, wodurch der USD abwertet. Die geopolitischen Entwicklungen belasteten den Greenback zusätzlich. Entscheidend für die weitere Entwicklung des USD ist die künftige Zinspolitik unter Powells wahrscheinlichem Nachfolger Kevin Warsh. Die anhaltenden Unsicherheiten und die erratische Politik des US-Präsidenten werden den USD kurz- bis mittelfristig weiterhin belasten.

 

JPY – Starke Bewegungen an den Bondmärkten

Im Januar kam es an den japanischen Bondmärkten zu erhöhten Schwankungen, wobei die Renditen deutlich anzogen. Sorgen um die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung führten zu Abverkäufen japanischer Staatsanleihen. Spekulationen über mögliche Marktinterventionen sowie weitere Zinserhöhungen durch die Bank of Japan stützten den JPY leicht. Vor dem Hintergrund anhaltender fiskal- und geldpolitischer Unsicherheiten bleibt der Yen volatil.

Immobilien

Im Rahmen anhaltend tiefer Zinsen bleiben Immobilien eine interessante Portfolioergänzung. Neben den attraktiven Ausschüttungsrenditen können Immobilien als Alternative zu Obligationen durch Diversifikationseffekte überzeugen. Entsprechend kann sich der Marktindex SWIIT auf dem aktuell hohen Bewertungsniveau halten.

 

Zinsniveau

Zinsen spielen eine zentrale Rolle bei Immobilienanlagen. Grundsätzlich schmälern steigende Zinsen die Attraktivität von Immobilien, zumal der Renditeaufschlag gegenüber anderen zinstragenden Anlagen bei steigenden Zinssätzen sinkt. Zusätzlich sinkt in den Bewertungsmodellen der Wert der zukünftigen Mieteinnahmen bei hohen Zinsen, was zu tieferen Immobilienwerten führt. Immobilien können vom aktuellen Tiefzinsumfeld profitieren und dürften weiterhin einen attraktiven Renditeaufschlag bieten.

 

BIP-Wachstum

Eine wachsende Wirtschaft stützt die Nachfrage nach Wohn- und Büroflächen, in welchem das Beschäftigungswachstum zu einer steigenden Flächennachfrage führt. Obwohl sich die Konjunktur angesichts der hohen Unsicherheit erstaunlich resilient zeigt, agieren Unternehmen vorsichtig, was zu einer Stagnation im Bürosektor führt.

 

Bevölkerungswachstum

Die hohe Nettozuwanderung der letzten Jahre führte zu einem starken Anstieg der Nachfrage nach Wohnraum. Angesichts eines hohen Nachfrageüberhangs stiegen die Angebotsmieten stark an. Das aussergewöhnliche Bevölkerungswachstum der letzten Jahre ist teils auf Sondereffekte zurückzuführen, weshalb in den kommenden Monaten eine Normalisierung der Wachstumsraten zu erwarten ist. Dies dürfte zu einer geringeren Dynamik beim Mietpreiswachstum führen.

 

Die genannten Faktoren führten zur starken Aufwärtsdynamik bei kotierten Immobilienanlagen. Die Ausschüttungsrenditen liefern einen Mehrwert in den Portfolios. Angesichts der erhöhten Bewertungen ist das weitere Kurspotenzial jedoch beschränkt, wir bleiben neutral in Immobilien positioniert.

Alternative Anlagen

Gold steht für den sicheren Hafen schlechthin. In Phasen eines schwächer werdenden US-Dollars und geopolitischer Spannungen steigt die Nachfrage nach dem Edelmetall oft spürbar an. Genau dieses Umfeld hat den jüngsten Lauf mitgeprägt. Ende Januar 2026 markierte Gold in Schwei-zer Franken neue Höchststände und überschritt erstmals die Marke von 4000 CHF pro Unze.

 

Ein Blick auf den logarithmischen Goldpreis-Chart hilft, den Eindruck einzuordnen. Historisch zeigt sich dabei ein vertrautes Muster. Gold tendiert dazu, in kräftigen Schüben anzusteigen, während dazwischen Phasen liegen, in denen der Preis zwar volatil bleibt, aber eher seitwärts läuft und zwischendurch auch deutlich korrigieren kann. Die jüngsten Rekorde sind damit nicht zwingend ein Schlussstrich, aber sie sind häufig ein Moment, in dem das Chancen-Risiko-Verhältnis weniger symmetrisch wird. Gerade nach starken Aufwertungen kann es deshalb sinnvoll sein, einen Teil der Gewinne diszipliniert mitzunehmen und die Abhängigkeit von Kursbewegungen zu reduzieren.

 

Gold in CHF pro Unze seit 1976

Quelle: Macrobond, Bloomberg, Stand: 02.02.2026

 

Damit stellt sich die nächste Frage. Welche Alternativen gibt es, um auch bei leicht sinkenden oder seitwärts tendierenden Goldpreisen eine positive Rendite zu erwirtschaften?

Gold mit Ausschüttung

Eine der naheliegendsten Antworten liefert der Optionsmarkt, genauer gesagt die Vereinnahmung von Optionsprämien. Die Grundidee ist schnell erklärt. Marktteilnehmende kaufen Optionen auf Gold, weil sie sich absichern wollen oder weil sie bestimmte Auszahlungsprofile suchen. Für diese Rechte zahlen sie Prämien. Eine Prämienstrategie versucht nicht primär, die reine Goldpreisentwicklung abzubilden, sondern systematisch diese Prämien einzusammeln, indem sie Put- und Call-Optionen verkauft. Je höher die erwarteten Schwankungen am Goldmarkt, desto höher sind im Regelfall die Optionsprämien, die Absicherung wird teurer.

Die vereinnahmte Prämie wirkt wie ein laufender Ertragsbaustein, der besonders in seitwärts laufenden, moderat steigenden oder sinkenden Marktphasen helfen kann, die Gesamtrendite zu stabilisieren. Die vereinnahmten Prämien können als Ertrag ausgeschüttet werden, wodurch sich für Anlegerinnen und Anleger das Auszahlungsprofil verändert. Gold bleibt als Thema im Portfolio, wird jedoch um eine Ertragskomponente ergänzt.

Wichtig dabei ist, zu verstehen, dass mit dieser Strategie weniger stark an Kursbewegungen nach oben wie auch nach unten partizipiert wird. Gerade deshalb kann eine solche Strategie nach einem sehr starken Goldpreisanstieg als sinnvolle Umstellung wirken. Aus diesem Grund haben wir am 29. Januar 2026 innerhalb der Vermögensverwaltungsmandate und Strategiefonds unsere reine Goldposition zugunsten einer solchen Goldvolatilitätsprämien-Strategie reduziert.

Anlagepolitik der BLKB im Überblick

Für detaillierte Informationen zur Logik unserer Einschätzungen konsultieren Sie bitte die Erklärungen am Ende dieser Seite.

Unsere Autoren

Mann in dunklem Anzug mit weißem Hemd, professionelles Umfeld, BLKB Logo im Hintergrund

Björn Weigelt, CAIA

Chief Investment Officer 
+41 61 925 99 48

Cyrill Marugg, CIIA, CAIA

Leiter Investment Research & Stv. CIO
+41 61 925 94 38

Jan von Burg

Portfoliomanager
+41 61 925 94 41

Sascha Gut, CFA

Leiter Portfoliomanagement iQ
+41 61 925 94 87

Timo Strub

Portfoliomanager iQ
+41 61 925 83 45

Erklärungen zur Logik der Einschätzungen

Die Einschätzungen zu den Assetklassen und Sektoren sind wie folgt zu lesen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgrund der BLKB-Ausschlusskriterien befindet sich der Energiesektor nicht in der Allokation.

Die Beurteilung des Sustainable Asset Management der BLKB basiert jeweils auf der Einschätzung der relativen Attraktivität der jeweiligen Assetklasse, Sub-Assetklasse oder Sektors und wird typischerweise im Rahmen eines monatlichen Zyklus überprüft. Die Überprüfung kann aber auch in höherer Frequenz durchgeführt werden, sollte dies opportun erscheinen.

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