Zum Inhalt springen Zur Fusszeile springen
BLKB Logo - Zurück zur Startseite BLKB Logo - Zurück zur Startseite

BLKB Investment Focus BLKB Investment Focus

Unruhige Märkte wegen Iran-Krieg: unsere Einschätzung

Nach bislang erstaunlich verhaltenen Reaktionen des Finanzmarktes auf den seit 9 Tagen herrschenden Krieg gegen den Iran, ist nun die Phase der Verunsicherung zu beobachten, die Märkte in Stress versetzt. In diesem Umfeld gilt es aus Anlegerperspektive, trotz hoher Unsicherheit besonnen zu bleiben und sich nicht zu überstürzten Handlungen hinreissen zu lassen.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Finanzmarkt zeigt sich stark verunsichert
  • Das Ausbleiben von politischer Deeskalation lässt die Marktteilnehmer von einer langfristigen Eskalation ausgehen
  • Unsere Anlageexpert:innen beobachten die Entwicklungen genau und positionieren die Anlagen entsprechend

 

Die erste Handelswoche nach Beginn des Krieges wurde vom Finanzmarkt schon fast mit Gelassenheit begangen. Der Weltaktienmarkt sank um etwa 3 %, was durchaus nicht als ungewöhnlich gewertet werden kann. Das Risiko eines Angriffs auf den Iran und damit auf die Störung des Ölmarktes war seit Monaten allen Marktteilnehmern bekannt, der Ölpreis reagierte bereits seit Dezember deutlich und zahlreiche Ökonomen benannten diesen Fall als eines der Risiken für den Finanzmarkt 2026. Damit ist die aktuelle Situation nicht unerwartet.

Wir sehen drei mögliche Szenarien für die nahe Zukunft im Nahen Osten:

  1. Schnelle Verhandlungen für ein Ende des Krieges und damit auch Öffnung der wichtigen Öltransportroute, damit sowohl die Ölförderung als auch -verarbeitung wieder hochgefahren werden können. Dies würde eine schnelle Erholung der Finanzmärkte mit sich bringen, scheint aktuell aber das unwahrscheinlichste Szenario.
  2. Die Bombardierung zieht sich, wie von der US-Regierung angekündigt, mehrere Wochen hin. Dies kann zu einem Regimewechsel oder einer moderateren Führung im Iran führen. In dieser Zeit sind die Öltransporte stark eingeschränkt oder kommen zeitweise komplett zum Erliegen und die Ölförderung wird vorübergehend stark gedrosselt. Die Finanzmärkte würden in diesem – unserer Ansicht nach wahrscheinlichsten Szenario – mit erhöhten Schwankungen reagieren, die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft blieben jedoch gering.
  3. Der Konflikt führt zu einer langanhaltenden Destabilisierung der Region mit Einbezug weiterer Kriegsparteien wie China, Russland oder Indien. Dieses Szenario würde zu einer lang anhaltenden Störung des Ölmarktes führen und die Lieferketten insbesondere für die asiatischen Märkte betreffen. Die Weltwirtschaft würde hier deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden und die Inflation würde spürbar steigen. Der Finanzmarkt würde Risikoanlagen wie Aktien abstossen, eine globale Rezession wäre nicht auszuschliessen.

In der vergangenen Woche wurde das zweite oder sogar das erste von uns beschriebene Szenario als realistisch eingeschätzt. Auch für uns bleibt dieses zweite Szenario mit erhöhten Schwankungen, jedoch überschaubaren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, unser Basisszenario.

Über das vergangene Wochenende und zu Beginn dieser Handelswoche wurde nun das dritte Szenario vom Finanzmarkt als realistischer eingeschätzt, da es keine Erfolge bei den Deeskalationsbemühungen gab. In einer volatilen Stressphase ist dieses Muster jedoch nichts Ungewöhnliches. Wenn es keine positiven Nachrichten gibt, wird eine gewisse Zeit lang der negativste Ausgang eingepreist und führt zu deutlichen Kursrückgängen. Diese waren heute in den asiatischen Märkten zu beobachten, da der Ölpreis zwischenzeitlich auf fast 120 USD anstieg.

Unsere Anlageexpert:innen beobachten die Entwicklungen sehr genau und positionieren die Anlagestrategien gemäss den aktuellen Einschätzungen der Szenarien. Momentan gehen wir gemäss unserem Basisszenario davon aus, dass keine Anpassungen unserer anlagetaktischen Positionierung angezeigt sind, da sich die Märkte nach volatilen Tagen auch schnell wieder erholen können. Wir führen derzeit sowohl bei Aktien, als auch bei Alternativen Anlagen ein Übergewicht, finanziert durch die Untergewichtung von Obligationen.

Für Sie bleibt, in dieser hektischen Zeit, mit Bedacht auf Ihre Anlagestrategie zu schauen und sich nicht von Angst oder gar Panik leiten zu lassen. Die von Ihnen in Ruhe gemeinsam mit Ihrem Berater oder Ihrer Beraterin erarbeitete Finanzplanung und Anlagestrategie sollte von diesen Marktbewegungen unberührt bleiben. Diese Marktverwerfungen sind in dieser Strategie bereits eingeplant. Wer solche Phasen ruhig durchsteht, hat langfristig bessere Chancen, vom Ertragspotenzial der Finanzmärkte zu profitieren.

Mann in dunklem Anzug mit weißem Hemd, professionelles Umfeld, BLKB Logo im Hintergrund

Björn Weigelt

Chief Investment Officer

bjoern.weigelt@blkb.ch

+41 61 925 99 48

Cyrill Marugg, CIIA, CAIA

Fachleader Investment Research

cyrill.marugg@blkb.ch

+41 61 925 94 38

Wir begleiten Sie gerne.