Ein Erholungsraum für alle – und damit auch eine Verantwortung für alle
Der Wald ist weit mehr als nur Natur. Er ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Wasserspeicher, Klimaregulator und unser Rückzugsort im Alltag. Je beliebter der Wald wird, desto wichtiger ist ein respektvoller Umgang mit ihm.
Denn: Was für uns Erholung bedeutet, kann für den Wald Stress sein – besonders dort, wo viele Menschen unterwegs sind.
Wenn viele den Wald nutzen, hinterlässt das Spuren
Ein Beispiel dafür ist der Wald «Im Meierhegli» in Oberwil. Als frei zugänglicher Erholungswald wird er häufig besucht. Rund um beliebte Orte wie die Grillstelle «Allme» zeigt sich, welche Folgen intensive Nutzung haben kann:
- Junge Bäume werden beschädigt oder zertreten.
- Der Boden wird verdichtet – Wasser kann schlechter versickern, Pflanzen leiden schneller.
- Abfall, Lärm oder «Bauten» aus Ästen stören Tiere und schaden der Natur.
Solche Auswirkungen sind oft nicht absichtlich – sie passieren nebenbei. Umso wichtiger sind klare Hinweise vor Ort, Schutzmassnahmen und ein gemeinsames Verständnis: Der Wald ist für alle da, aber er ist kein Freizeitpark.
Damit der Wald auch bei wachsender Nutzung ein Ort der Erholung bleibt, braucht es beides: Rücksicht im Alltag und Investitionen in seine Zukunft. Die BLKB hat bereits im Frühling 2021 200 Bäume in Oberwil gepflanzt, um ihn optimal auf die Herausforderungen des Klimawandels vorzubereiten.
Klimastress: Trockenheit schwächt Bäume – und das kann gefährlich werden
Neben der Nutzung kommt ein weiterer Druck hinzu: Trockenheit und Hitzeperioden belasten den Wald. Besonders Buchen reagieren empfindlich. Sind Bäume geschwächt, steigt das Risiko von Krankheiten, Instabilität und Totholz. Dann müssen einzelne Bäume gefällt werden – auch aus Sicherheitsgründen, etwa entlang von Wegen oder in stark frequentierten Bereichen.
Die gute Nachricht: Mit gezieltem Waldbau kann darauf reagiert werden. Ein Umbau hin zu widerstandsfähigeren Mischwäldern ist möglich.
Damit dieser Umbau nicht nur geplant, sondern auch umgesetzt werden kann, braucht es langfristige Pflege und Finanzierung. Die BLKB engagiert sich deshalb zusammen mit WaldBeiderBasel im Projekt «Wald von morgen»: Im Baselbiet werden klimaresistente Baumarten gepflanzt und über mehrere Jahre begleitet. Das stärkt den Wald dort, wo wir ihn täglich nutzen – vor der Haustür, entlang von Wegen und in beliebten Erholungsgebieten.
Wald-Knigge: 60 Sekunden, die viel bewirken
Mit ein paar einfachen Gewohnheiten können Sie den Wald bei jedem Besuch schützen:
- Auf Wegen bleiben: Das schont Pflanzen und junge Bäume.
- Nichts liegen lassen: Abfall schadet Tieren und bleibt lange.
- Keine Hütten/Installationen bauen: Auch «kleine» Bauten verändern Lebensräume.
- Absperrungen und Hinweise beachten: Forstarbeiten können gefährlich sein.
- Hunde unter Kontrolle führen (Leine, wo vorgeschrieben): Wildtiere brauchen Ruhe.
- Bei Sturm, Gewitter oder starkem Schneefall den Wald meiden: Sicherheit geht vor.
So können Sie beitragen
Waldschutz beginnt im Kleinen: mit Rücksicht, mit Aufmerksamkeit – und mit dem Bewusstsein, dass der Wald kein Selbstläufer ist.
Wer darüber hinaus unterstützen möchte, kann mit dem Zukunftskonto und dem Geschenksparkonto Zukunft das Projekt «Wald von morgen» aktiv unterstützen.