BLKB Logo
Privatkunden
Unternehmenskunden
Über uns

BLKB Anlageflash BLKB Anlageflash

Finanzmärkte und Empfehlungen

Februar 2024

Goldlöckchen und die drei Bären

In Anlehnung an das berühmte Märchen «Goldlöckchen und die drei Bären» des britischen Dichters Robert Southey bedienen sich nicht wenige Ökonomen für den Ausblick auf das Anlagejahr 2024 der Metapher des Goldlöckchen- Szenarios. Sie beschreibt das für die Finanzmärkte optimale Umfeld von einer weichen Wirtschaftslandung mit moderaten Wachstumsraten, einer weiter rückläufigen Inflation und konstant sinkenden Leitzinsen resp. einer steten Lockerung der Geldpolitik. Tatsächlich ist dieses Szenario derzeit in der Markterwartung und den Bewertungen so eingepreist. Auch wir glauben in unserem Basisszenario, dass eine globale Rezession vermieden werden kann. Die Sorglosigkeit, welche den Kursentwicklungen der vergangenen Wochen zu entnehmen ist, teilen wir hingegen nicht.

Die Bären, welche auch Teil der Geschichte von Southey sind, könnten im neu angebrochenen Anlagejahr noch zu reden geben. So könnten negative Konjunkturnachrichten oder eine länger währende restriktive Geldpolitik die Bären aus dem Winterschlaf reissen und das Goldlöckchen- Szenario entkräften, was das Risiko von Kursrücksetzern birgt. Die Tonalität der Notenbanker hat sich im Januar bereits deutlich hin zu einer restriktiveren Geldpolitik verändert. Die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen bereits im März hat sich entsprechend sichtlich reduziert und an den Märkten hat eine gewisse Gegenbewegung bei den langfristigen Zinsen stattgefunden. Einzelne Risse sind auch im Konjunkturumfeld oder in den Ergebnissen der Unternehmen zu finden. Gerade im zyklischen Konsumbereich zeichnet sich ein schwierigeres Umfeld ab. Hinzu kommen geopolitische Gefahrenherde, welche sich – wie im Nahen Osten – bereits auf die Lieferketten auswirken.

Auch unser Goldlöckchen dürfte damit 2024 Höhen und Tiefen durchleben. Dies eröffnet uns Anlegern spannende Möglichkeiten. Wir erwarten im Jahresverlauf attraktive Investitionsopportunitäten. Eine erhöhte Quote in Geldmarktpapieren ermöglicht es uns jedoch, rasch auf Marktveränderungen zu reagieren und im Falle von Kurskorrekturen attraktive Aufstockungsmöglichkeiten zu nutzen. In unserer heutigen Ausrichtung setzen wir angesichts der anhaltenden Risiken auf Qualität. Wir präferieren innerhalb der Aktienquote den Schweizer Markt und setzen bei Obligationen auf sichere Schuldner. Zudem ist Diversifikation ein zentrales Element unserer Anlagepolitik. Unsere Kundenberaterinnen und -berater helfen Ihnen gerne dabei, Ihre optimale Anlagestrategie festzulegen und mit Investitionen der aus der Inflation resultierenden schleichenden Geldentwertung zu entfliehen.

Wirtschaft

BLKB Positionierung Anlagepolitik

 

Abflachende Wirtschaftsdynamik

Nachdem 2023 die viel prognostizierte Rezession ausgeblieben ist, dürfte auch das Jahr 2024 positive Wachstumszahlen liefern. Die Wirtschaftsdynamik hat jedoch an Fahrt verloren und das laufende Jahr wird wohl im historischen Vergleich unterdurchschnittlich ausfallen. Der anhaltende Inflationsdruck sowie die restriktive Geldpolitik werden voraussichtlich ihre Spuren hinterlassen.

 

Amerika überrascht erneut

Die amerikanischen Wirtschaftsdaten vermochten erneut zu überraschen. Auch im vierten Quartal konnte die US-Wirtschaft auf ein Jahr hochgerechnet über 3 % zulegen. Damit trotzen die US-Konsumenten der erhöhten Teuerung und den verschärften Kreditkonditionen. Gründe für die weiterhin gute Konsumentenstimmung sind unter anderem das anhaltende Polster an Corona-Ersparnissen und die Vollbeschäftigung am amerikanischen Arbeitsmarkt.

Jedoch dürften auch in den USA Wolken am Konsumhimmel aufziehen. Wir rechnen damit, dass die Inflation im laufenden Jahr wiederum über dem Zielwert der Notenbank von 2 % zu liegen kommt. Zudem wird das Zinsniveau erhöht bleiben, auch wenn im Jahresverlauf erste Zinssenkungen in Aussicht gestellt werden. Die restriktive Geldpolitik dürfte damit weiter auf dem Wirtschaftsausblick lasten und unterdurchschnittliches Wachstum nach sich ziehen.

 

Europa bleibt angeschlagen

Der Ausblick für die europäische Wirtschaft bleibt auch nach dem schwachen Vorjahr verhalten. Inflation, ein erhöhtes Zinsniveau sowie die geopolitischen Krisenherde im Nahen Osten und in der Ukraine lasten 2024 weiterhin auf dem Konjunkturausblick. Die Schweiz kann sich den negativen Tendenzen der Nachbarstaaten nicht vollends entziehen, steht jedoch unseres Erachtens deutlich robuster da. Der starke Schweizer Franken hilft, die Inflation im Griff zu halten, belastet jedoch die Entwicklung der Exporte. Die Schweiz dürfte 2024 ein Wachstum von rund 1 % erzielen.

 

China weiterhin deutlich unter Potenzial

Das Reich der Mitte konnte 2023 nur mit Ach und Krach das Wachstumsziel von 5 % erreichen und wird auch 2024 ein Wachstum unter Potenzial präsentieren. Die anhaltende Krise am Immobilienmarkt wie auch weitere Krisenherde hemmen die Konjunkturaussichten. Die fehlenden Impulse aus China dürften in der Region Fernost auch im neuen Jahr zu tieferen Wachstumszahlen als im Vorjahr führen.

Aktien
BLKB Aktienmärkte Performance

BLKB Positionierung Aktien

 

Gelungener Jahresstart für die Aktienmärkte

Eine von vielen Thesen rund um wiederkehrende saisonale Muster an den Aktienmärkten ist der sogenannte «Januar-Effekt». Dieser postuliert, dass über einen längeren Zeitraum hinweg im Januar die durchschnittliche Rendite höher liegt als in anderen Monaten. Belege dafür sind aber kaum vorhanden oder beziehen sich nur auf spezifische Zeiträume oder Regionen. Ganz so einfach scheint es also nicht zu sein. Nichtsdestotrotz lässt sich mit Bestimmtheit sagen, dass der Januar 2024 für globale Aktieninvestoren positiv verlief. So stand der MSCI World nach den ersten 31 Tagen des angebrochenen Börsenjahres 1,2 % höher, während der erstarkende US-Dollar für Schweizer Investoren einen Zusatzschub von mehr als 2,5 Prozentpunkten brachte. Positiv aufgenommen wurden an den Märkten unter anderem die US-Wirtschaftszahlen, die besser als erwartet ausgefallen sind. Das bedeutet, dass der Konsument in Übersee noch immer bereit und in der Lage ist, Geld auszugeben und damit den Konjunkturmotor weiter schnurren zu lassen. Beim Blick auf die Sektoren zeigt sich eine Zweiteilung: Positive Beiträge lieferten beispielsweise Kommunikation (umfasst u.a. Alphabet, Meta und Netflix) mit +4,1 %, Technologie (mit Aktien wie Apple, Microsoft, NVIDIA oder ASML) mit +4,0 % oder Gesundheitswesen ( mit +2,6 %). Negativ waren dagegen der Grundstoffsektor mit (–4,7 %), Immobilien (–4,5 %) oder Versorger (–3,4 %).

 

Emerging Markets bleiben zum Jahresstart zurück

Den besten Jahresstart erziehlte Japan mit einem Plus von >8 % (in Lokalwährung). Die weiteren entwickelten Regionen (Nordamerika, Schweiz und Europa) vermochten trotz Startschwierigkeiten in den ersten paar Tagen mit +1,4 %, +1,4 % respektive +1,6 % einen positiven Jahresstart hinzulegen. Die Schwellenländer hinkten dieser Entwicklung im Januar hinterher. So fiel der lateinamerikanische Aktienmarkt um 3 %, während die Region Ferner Osten ex Japan mit –6 % das Schlusslicht bildete.

 

Berichtssaison als möglicher nächster Wegweiser

Die nächsten Impulse dafür, in welche Richtung sich die Kurse in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln, dürften von der Berichtssaison zum vierten Quartal 2023 kommen. Neben dem Rückblick auf das vergangene Jahr schaut die Investorengemeinde gespannt auf die Ausblicke, die traditionell zusammen mit den Zahlen zum Vorjahr präsentiert werden. Die Erwartungen können unserer Ansicht nach als anspruchsvoll bezeichnet werden. So kann aus dem Bloomberg-Konsens für den nordamerikanischen Aktienmarkt 2024 ein erwartetes Gewinnwachstum von mehr als 12 % abgeleitet werden. Insbesondere auf den im vergangenen Jahr als «Magnificent 7» titulierten Unternehmen lastet ein hoher Erwartungsdruck, ausgelöst durch den KI-Boom, der 2023 den US-Aktienmarkt beflügelt hat. Mit den hohen Erwartungen hat sich auch das Enttäuschungspotenzial erhöht. Sollten die Ausblicke also nahelegen, dass die Ambitionen am Markt zu hoch gesteckt wurden, könnte es angesichts der erhöhten Bewertungsniveaus zu Rückschlägen kommen. Ein zentrales Risiko sehen wir dabei im Zinserhöhungszyklus, der inzwischen zwar seinen Höhepunkt erreicht hat, dessen Folgen für die Wirtschaft aber noch nicht vollständig absehbar sind. So kam es in der Vergangenheit im Nachgang solch deutlicher Zinsanhebungen typischerweise zu einer Rezession, die sich dann auch negativ auf die Aktienmärkte auswirkte. Eine globale Rezession entspricht nicht unserem Basisszenario, wir sehen aber erhöhte Risiken für unerwartete Problemstellungen aufgrund des Zinsniveaus. Hinzu kommen geopolitische Risiken (Ukraine, Naher Osten, Taiwan oder US-Wahlen).

 

Vorsichtig positioniert durch die Berichtssaison

Nach dem starken Lauf zum Jahresende 2023 sowie dem geglückten Start ins Jahr 2024 halten wir es für ratsam, mit Blick auf risikobehaftete Asset-Klassen Vorsicht walten zu lassen. Darin bestärkt uns u.a. die vergleichsweise positive Stimmung an den Aktienmärkten, die viele der weiter oben ausgeführten Risiken auszublenden scheint. Deutliche Kursrücksetzer, bspw. aufgrund von moderateren Ausblicken als für 2024 erwartet, könnten sich mit Blick auf die mittlere Frist aber durchaus als Einstiegsgelegenheit erweisen. Zudem bietet eine erhöhte Marktvolatilität meist auch Chancen in der Selektion, die es zu nutzen gilt. Innerhalb der Aktienquote setzen wir bevorzugt auf Schweizer Aktien, den Gesundheitssektor sowie Aktien, die Qualität und Wachstum vereinen.

Obligationen
BLKB Obligationenmärkte Performance BLKB Positionierung Obligationen

 

Die Zinssenkungseuphorie hält an

Zu Jahresbeginn kamen am Zinsmarkt zwischenzeitlich Zweifel auf, ob die Notenbanken die Zinsen wirklich so rasant senken können, wie noch im Dezember vergangenen Jahres angenommen. Die Skepsis war jedoch nur von kurzer Dauer. Schwelende geopolitische Risiken, wie auch wohlwollend aufgenommene Inflationsdaten, führten noch vor Monatsmitte zu einem Wiedereinpreisen deutlich tieferer Leitzinsen für die kommenden Monate. Wir interpretieren die jüngsten Zahlen zu den Konsumentenpreisen kritischer und sind nach wie vor der Meinung, dass die letzte Meile in der Inflationsbekämpfung primär aufgrund von steigenden Löhnen anstrengend wird. Die Preisanstiege in der Schweiz waren zuletzt mit 1,7 % bzw. 1,5 % Kerninflation unter dem Notenbankziel von weniger als 2 %, dürften aber getrieben von höheren Mieten, Energiepreisen und der Mehrwertsteuererhöhung nochmals Auftrieb erhalten. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank über die kommenden Monate den Leitzins unverändert belassen und erstmals gegen Jahresende eine Reduktion vornehmen wird. Unsere Prognose, dass die Leitzinsen langsamer sinken als vom Markt erwartet, spricht für etwas Aufwärtspotenzial entlang der gesamten Zinskurve, weshalb wir die Zinssensitivität in den Portfolios noch reduziert halten.

Währungen

BLKB Ausblick Währungen

 

Fremdwährungsverkäufe der SNB vorerst gestoppt

Der Schweizer Franken hat 2023 deutlich an Stärke gewonnen. Die Aussicht auf globale Zinssenkungen und somit sinkende Zinsvorteile gegenüber dem Schweizer Zinsniveau hat dem CHF zur Stärke verholfen. Ausserdem hat die SNB im Kampf gegen die Inflation ihre Fremdwährungsreserven weiter reduziert und somit den CHF zusätzlich gestärkt. Ende 2023 zeichnete sich ein erster Schritt hin zur geldpolitischen Trendwende der SNB ab. Die Fremdwährungsverkäufe wurden vorerst gestoppt und sind laut SNB-Präsident Jordan «nicht mehr im Vordergrund». Wir erwarten dennoch nicht, dass der CHF dadurch deutlich an Stärke verlieren wird. Der Kampf gegen die Inflation sei laut Jordan noch nicht vorüber. Somit dürfte die SNB den Verlauf des CHF sehr genau verfolgen und bei einer ausgeprägten Abwertung erneut an den Devisenmärkten intervenieren.

Anlagepolitik

Aktien: Aktien konnten im November und Dezember von einer veritablen Jahresend-Rallye profitieren und auch im Januar leicht zulegen. Nach den ansehnlichen Kursavancen erscheinen die Bewertungen anspruchsvoll, zumal das Sentiment unverändert sehr positiv bleibt. Wir sind angesichts des Enttäuschungspotenzials aufgrund der aggressiven Zinssenkungsfantasien weiterhin vorsichtig, da wir nach wie vor das Risiko von Rückschlägen sehen. Entsprechend empfehlen wir ein leichtes Untergewicht.

Obligationen: Als Folge des Zinsanstiegs über die vergangenen zwei Jahre ist die relative Attraktivität der Anlageklasse deutlich gestiegen. Wir haben daher im November 2023 die Obligationenquote auf ein neutrales Gewicht erhöht – allen voran über den Kauf von CHF-Anleihen. Wir halten jedoch an einer kürzeren Duration im Vergleich zur Benchmark fest und bevorzugen Unternehmensanleihen aus dem Investment- Grade-Bereich.

Währungen: Der Schweizer Franken wird im weiteren Jahresverlauf nicht signifikant an Stärke einbüssen. Dennoch sehen wir beim US-Dollar kurzfristig leichtes Aufwärtspotenzial und auch beim japanischen Yen wird angesichts der sich abzeichnenden Abkehr der ultralockeren Geldpolitik in Japan eine Aufwertung prognostiziert. Das Aufwärtspotenzial beim Euro wie auch beim britischen Pfund bleibt aufgrund der schwachen Konjunkturaussichten begrenzt.

Fabienne Hockenjos-Erni
Chief Investment Officer

Gerne beraten wir Sie umfassend.

Diese Website enthält Werbung.

Lesehilfe zu den Marktattraktivitätsgrafiken
Positionierung Anlagepolitik Positionierung Aktien Die im «BLKB Anlage Flash» verwendeten Attraktivitätsgrafiken zeigen die gegenwärtige Einschätzung der BLKB zur Attraktivität einzelner Kategorien unter Rendite-Risiko-Gesichtspunkten im Vergleich zu anderen Anlageklassen.

Lesehilfe zu den Marktattraktivitätsgrafiken

 

background image